Arnd Peiffer verkündet sein Karriereende

Event-Datum: 
Dienstag, 16 März, 2021
Arnd Peiffer auf Facebook:
Heute möchte ich meinen Rücktritt als aktiver Biathlet bekannt geben.
Wie Ihr Euch sicher denken könnt, ist das nach so langer Zeit keine leichte Entscheidung. Für mich hat sich aber schon länger herauskristallisiert, dass nach dieser Saison der ideale Zeitpunkt zum Aufhören gekommen ist. In diesem Winter konnte ich mich noch über einige gute Rennen und Erfolge freuen und es ist wunderbar, mit dem Gefühl aufzuhören noch konkurrenzfähig zu sein.
 
In den vergangenen 13 Wintern durfte ich Teil der Deutschen Mannschaft sein und dabei viele außergewöhnliche und emotionale Momente erleben. Die Bandbreite reichte von süßen Erfolgen bis zu bitteren Niederlagen und allem was dazwischenliegt. Der Sport und die Erlebnisse haben mich geprägt und ich möchte die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, nicht missen.
 
Mein herzlicher Dank gilt allen, die unsere Mannschaft und mich unterstützt haben.
Euer Arnd
Pressestimmen zum Karriereende von Arnd Peiffer:
Arnd Peiffer beendet erfolgreiche Biathlonkarriere

 
Arnd Peiffer macht nach 13 Jahren Leistungssport Schluss
Arnd Peiffer beendet seine Karriere nach 13 erfolgreichen Biathlonwintern. Zuletzt konnte er mit Rang 3 im Sprint von Nove Mesto erneut einen Podestplatz einfahren. Auch in der Staffel war Arnd Peiffer nahezu immer ein fixes Mitglied, auf das Verlass war.
 
Arnd Peiffer blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück:
2018 krönte der Biathlet des WSV Clauthal-Zellerfeld seine Karriere mit Olympia Gold im Sprint. Insgesamt konnte Arnd Peiffer einen kompletten Medaillensatz bei Olympia einfahren. 
 
Arnd Peiffer weiß, wie siegen geht 
Fünfmal stand Arnd Peiffer bei Weltmeisterschaften ganz oben auf dem Siegerpodest. Und auch im Weltcup durfte er 19 Siege in Individualbewerben und Staffelwettkämpfen feiern. Beeindruckt hat die Art und Weise, wie er es immer wieder schaffte, genau auf den Punkt ein gutes Schießen und eine solide Laufleistung abrufen. 
 
Das Karriereende, typisch Arnd Peiffer
Er war nie ein Athlet der großen Gesten. Bescheidenheit und Demut zeichnen ihn sicher auch noch nach seiner Leistungssportlaufbahn aus. Im Erfolg nicht himmelhoch jauchzend, aber auch in der Niederlage nicht zu Tode betrübt. So war er. Immer mit einer gewissen Portion Sachlichkeit. Vielleicht war genau das sein Geheimnis über so viele Jahre hinweg, stabile Leistungen zu bringen. 
Ein Vorbild für viele junge Athleten und das nicht nur aus dem Biathlon. Ein höchst angesehener Mensch und Sportler tritt heute ab. 
Danke Arnd, dass auch wir Dich in den letzten Jahren begleiten durften. Wir wünschen viel Glück und Erfolg, aber am meisten wünschen wir gerade in diesen Zeiten Gesundheit.
Quelle: biathlon-online.de

Arnd Peiffer beendet seine Karriere
Diese Nachricht kam dann wohl doch für viele Biathlonfans überraschend. Arnd Peiffer beendet mit sofortiger Wirkung seine Karriere. Am vergangenen Sonntag lief er in der Mixed-Staffel von Nove-Mesto sein letztes Rennen. Der 33-Jährige aus dem Harz war einer der erfolgreichsten deutschen Biathleten des vergangenen Jahrzehnts.
 
Nach 13 Wintern in der deutschen Nationalmannschaft ist Schluss. Arnd Peiffer beendet seine lange und erfolgreiche Karriere im Biathlon-Zirkus. Beim Weltcupfinale in Östersund geht er aus familiären Gründen nicht an den Start. Damit verliert das deutsche Team eine wichtige Stütze. Aktuell steht der 33-Jährige auf Platz 11 des Gesamtweltcups. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“, erklärte Peiffer. „Aber für mich hat sich schon länger herauskristallisiert, dass nach dieser Saison der ideale Zeitpunkt zum Aufhören gekommen ist. In diesem Winter konnte ich mich noch über einige gute Rennen und Erfolge freuen, und es ist wunderbar, mit dem Gefühl aufzuhören, noch konkurrenzfähig zu sein.“
 
Olympiasieger, Weltmeister, Weltcupsieger – all diese Titel hat Arnd Peiffer während seiner Karriere errungen. Der überraschendste Sieg war wohl der Olympiasieg in Pyeongchang 2018. Seine letzte von 17 WM-Medaillen gewann Arnd Peiffer vor einem Monat. Es war die Silberne im 20 Kilometer Einzelrennen auf der Pokljuka. „Arnd war nicht nur im aktuellen Winter, sondern auch in den vergangenen Jahren einer unserer wichtigsten und beständigsten Leistungsträger. Deshalb hätten wir uns natürlich gut vorstellen können, dass er seine großartige Karriere noch um ein oder zwei Jahre fortsetzt“, sagte Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter Biathlon im Deutschen Skiverband. „Andererseits verstehen wir aber auch seine Entscheidung. So wie man Arnd ja kennt, hat er diesen Entschluss nicht spontan, sondern ganz bewusst vor einigen Monaten getroffen. Arnd war sowohl sportlich als auch menschlich immer ein Vorbild. Von daher bleibt uns allen nur, ganz herzlich Danke zu sagen und ihm alles Gute für seine private und berufliche Zukunft zu wünschen!“
 
Bereits mit neun Jahren begann Arnd Peiffer in seiner Heimatstadt Clausthal-Zellerfeld mit dem Biathlonsport. Sein Debüt im Weltcup gab er 2009 in Oberhof und war seitdem fester Bestandteil der Herrenmannschaft. Seine lockere, faire und kollegiale Art brachte ihm viele Sympathien bei anderen Sportlern und Fans. Der Arnd-Peiffer-Fanclub ist mit über 500 Mitgliedern einer der größten im Biathlon-Zirkus. Wie die Zukunft aussieht, hat Arnd Peiffer noch nicht bekannt gegeben. „Ein Athlet wie Arnd wäre ganz sicher auch nach seiner sportlichen Laufbahn eine Bereicherung für den deutschen Biathlonsport. In all den Jahren haben wir Arnd als hochprofessionellen und charakterlich vorbildlichen Sportler und Aktivensprecher kennengelernt. Er hat diesen Sport über viele Jahre mitgeprägt. Auf und abseits der Rennstrecken. Von daher würde ich mir wünschen, wenn er uns auch in Zukunft mit seiner Erfahrung und Expertise in irgendeiner Art und Weise zur Verfügung steht“, sagt Karin Orgeldinger, DSV Vorstand. Der sofortige Rücktritt kommt überraschend und sicher auch etwas enttäuschend für die vielen Fans, die Arnd Peiffer gern noch einmal live im Stadion angefeuert hätten.
Quelle: biathlon-news.eu

Biathlon-Überraschung: Peiffer verkündet sofortiges Karriereende
"Hat sich länger herauskristallisiert"  
Schock für deutsche Biathlon-Fans: Arnd Peiffer hängt die Skier an den Nagel. Das gab der 33-Jährige nun völlig überraschend bekannt. Die Entscheidung trifft das deutsche Team hart.
 
Biathlon-Olympiasieger Arnd Peiffer beendet nur ein Jahr vor den Winterspielen in Peking seine Karriere. Der 33-Jährige aus dem Harz tritt mit sofortiger Wirkung zurück und reist in dieser Woche aus familiären Gründen schon nicht mehr mit zum Weltcupfinale ins schwedische Östersund, wo ab Freitag der Abschluss der Saison ansteht. Das gab der Deutsche Skiverband am Dienstag bekannt.
 
"Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Aber für mich hat sich schon länger herauskristallisiert, dass nach dieser Saison der ideale Zeitpunkt zum Aufhören gekommen ist", sagte der gebürtige Niedersachse Peiffer: "In diesem Winter konnte ich mich noch über einige gute Rennen und Erfolge freuen, und es ist wunderbar, mit dem Gefühl aufzuhören, noch konkurrenzfähig zu sein."
Peiffer, der am Donnerstag seinen 34. Geburtstag feiert, hatte im Februar mit Silber im Einzel in Pokljuka seine 17. WM-Medaille gewonnen. Fünfmal wurde er Weltmeister, die sportliche Krönung war der Gewinn von Olympiagold 2018 im Sprint von Pyeongchang. 
 
Sein viertes olympisches Edelmetall kann Peiffer, der in dieser Saison der älteste und konstanteste Skijäger im deutschen Team war, nicht mehr holen. Er hatte bereits mehrfach betont, dass der Ausblick auf die Winterspiele 2022 in China kein Grund sei, unbedingt weiterzumachen.
 
"Arnd war nicht nur im aktuellen Winter, sondern auch in den vergangenen Jahren einer unserer wichtigsten und beständigsten Leistungsträger", würdigte Sportdirektor Bernd Eisenbichler vom DSV. Peiffer gehörte 13 Winter lang zum Nationalteam, brachte die meiste Zeit Topresultate und wird nun künftig schmerzlich fehlen.
Quelle: t-online.

Zum Karriereende von Arnd Peiffer. Er hat's ja gleich gesagt
Arnd Peiffer war über 13 Jahre einer der erfolgreichsten deutschen Biathleten. Nun beendet er noch vor Olympia 2022 seine Karriere. Der Zeitpunkt kommt nicht zufällig – er ist sich damit treu geblieben.
 
Irgendwann werde er es einfach tun, sagte Arnd Peiffer. Einfach Schluss machen, von jetzt auf gleich, und nicht mit langem Anlauf wie Ex-Kollegin Andrea Henkel, die man dann den ganzen Winter damit aufgezogen hatte. Das wollte der Olympiasieger nicht für sich. Wie Henkel hatte Peiffer eher zu den Ruhigen im deutschen Biathlonteam gehört, die in der Öffentlichkeit kein großes Aufsehen um ihre Person machten. Und nun war der Moment wohl gekommen.
 
Ohne Abschiedsrennen, ohne Bohei, ja selbst noch vor dem Saisonfinale in Östersund an diesem Wochenende hat Peiffer seine Karriere beendet. Er brauchte dieses große Finale wohl nicht für sich. Es sei der ideale Zeitpunkt, schrieb er in seinen paar Zeilen auf Facebook. Ohne Drama, fast so sachlich, wie man es seit jeher von ihm kannte. Es sei »keine leichte Entscheidung« gewesen, die sich aber „schon länger herauskristallisiert“ habe. Der Sport habe ihn geprägt und er wollte „die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, nicht missen.“
 
Arnd Peiffer, der am Donnerstag 34 Jahre alt wird, hat nun 13 Winter im Biathlon hinter sich. Die meiste Zeit seit seinem Weltcupdebüt 2009 in Oberhof gehörte er zu den Weltbesten. Fünfmal wurde er Weltmeister und gewann vier olympische Medaillen. Der letzte Saisonsieg liegt kaum drei Monate zurück. Bei der WM im Februar gewann er mit Silber die einzige deutsche Einzelmedaille. Es war seine 17. insgesamt. Nicht umsonst nannten seine Teamkollegen ihn »Maschine«. »Es ist wunderbar, mit dem Gefühl aufzuhören, noch konkurrenzfähig zu sein«, schrieb Peiffer nun. Das war ihm das Wichtigste.
 
Als schönste Anekdote seiner Zeit wird wohl die seines größten Erfolgs bleiben: der Olympiasieg im Sprint von Pyeongchang 2018. Das Gold stand am Ende eines Pechtages. Am Morgen hatte er den Schlüssel zum Waffenschrank vergessen, dann stürzte er die Treppe runter, später brach auch noch der Schlagbolzen an der Waffe. Peiffer blieb im Chaos ruhig, wie es eben so seine Art ist. Er setzte sich im Rennen fehlerlos gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz aus Norwegen und Frankreich durch. Es waren seine dritten Spiele nach Vancouver und Sotschi.
 
Er hätte sicher auch noch die vierten haben können. Doch das schien ihm kein Reiz mehr zu sein. Der Rücktritt vom Leistungssport kaum ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 wirkt nur auf den ersten Blick ungewöhnlich. Peiffer hatte zu den Spielen schon lange ein schwieriges Verhältnis. Sie waren für ihn mit großen Erfolgen verbunden, ja. Aber auch mit bitteren Enttäuschungen auf und neben der Loipe, als Athlet und als Mensch.
 
Olympia wäre nichts, was ihn motivieren würde, ein Jahr länger zu machen, obwohl er eigentlich nicht mehr wollte. Peiffer sagte das erst vor ein paar Wochen im NDR-Interview. »Dass es immer größer werden muss, dass auf die Natur keine Rücksicht genommen wird, dass viel Natur zerstört wurde für Sportstätten, die dann später gar nicht mehr genutzt wurden. Das sind für mich schon Themen, die den Mythos Olympia beschädigt haben«, sagte Peiffer. Events seien nichts mehr, was ihn antreibe – nur, ob er von Körper und Geist noch bereit sei.
 
Man könnte den Zeitpunkt des Rücktritts wohl damit auch als einen letzten Denkanstoß verstehen. In seiner Aktivenzeit hatte Peiffer immer wieder solche gegeben. Ob Umweltsünden und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Beleidigungen im Netz oder die AfD, die er einmal als „Demagogen und Volksverführer“ bezeichnete. Peiffer setzt sich mit vielen Themen auseinander und tat dies oft auch öffentlich, mehr noch schien es, seit er 2018 erstmals Vater einer Tochter wurde.
 
Auch auf Missstände im eigenen Sport wies der Niedersachse immer wieder hin. Wenn es um Dopingpraktiken ging, konnte der sonst ruhige, reflektierte Peiffer bisweilen schon emotional werden. Sportler, die mit Epo erwischt werden, hätten »aus meiner Sicht ihr Recht auf internationale Wettbewerbe verwirkt«, sagte er einmal. „Da kann keiner sagen, das ist mir ins Müsli gefallen.“ Er dachte laut über den Boykott russischer Weltcups nach und ließ auch am Weltverband nach dessen Korruptionsskandal und Dopingvertuschung kein gutes Haar. Peiffer hatte zu vielem eine klare Haltung und brachte diese eloquent rüber. Nicht nur deshalb wird er im Biathlon fehlen.
 
Peiffer ist nach Simon Schempp schon der zweite Routinier, der im kommenden Winter nicht mehr dabei sein wird. Den Deutschen Skiverband (DSV) stellt das vor Probleme. Peiffer war der letzte aktive Einzel-Olympiasieger im deutschen Team und der einzige, auf dessen Ergebnisse meist Verlass war. In diesem Winter gingen die einzige deutsche Einzel-WM-Medaille und fünf von sechs Podiumsplätzen im Weltcup der Männer auf sein Konto – der sechste gehörte seinem Freund und Zimmerkollegen Erik Lesser. Der ist aber auch schon 32 und hatte zuletzt manche Schwankungen.
 
Wer die Lücke im Team füllen soll, füllen kann, ist derzeit unklar. Der deutsche Biathlonsport hat wie viele Wintersport-Disziplinen ein Nachwuchsproblem. Nach den Fabelspielen von Pyeongchang mit sieben Medaillen droht den Deutschen in ihrem wohl liebsten Wintersport in Peking nächstes Jahr eine glanzlose Zeit.
 
Von wo und aus welchem Job heraus Peiffer dann zusieht, ist noch unklar. Bei der Bundespolizei bekommt er zunächst Zeit zum Abtrainieren. Die will er zur Orientierung nutzen. Im DSV hätten sie am liebsten, dass der Vorzeigesportler irgendwie erhalten bleibt. Peiffer selbst hielt sich seine Zukunft erst mal offen.
Quelle: spiegel.de

 
geschrieben: 19. März 2021 - 11:15