Ein „Schemppion“ wird verabschiedet

Event-Datum: 
Samstag, 3 Juli, 2021
Mit insgesamt 92 Medaillen beendete Biathlet Simon Schempp 2021 seine herausragende Karriere. In Uhingen wurde ihm die erste Ehrenmedaille in Gold verliehen.
 
Heute wollen wir unseren „Schemppion“ gebührend verabschieden“, eröffnet Bürgermeister Matthias Wittlinger die Feier zu Ehren des Uhinger Biathleten. „Du vermittelst, dass Erfolg nicht vom Himmel fällt, und hast uns diesen Sport mit deiner sympathischen, verbindlichen und gradlinigen Art nahegebracht“, meint Matthias Wittlinger und ergänzt: „Du stellst deine eigene Person nie in den Vordergrund, verweist immer auf die Gesamtleistung der Mannschaft und des Teams.“ „Solche Vorbilder sind wichtig für die Gesellschaft und es ist schön zu sehen, dass die Ski-Zunft über Uhingen hinaus Jugendliche für diesen anspruchsvollen Sport gewinnen kann.“
 
So wie Fiona, Lara, Nicolas, Dominik und Jonas im Alter von 11 bis 15 Jahren. Alle sind sie in dem Verein, wo Simon unter Aufsicht seines Trainers und Vaters Reiner Schempp mit zehn, elf Jahren zu trainieren begann. Jetzt verlieh ihm die Stadt Uhingen für die nationalen und internationalen Erfolge sowie seine vorbildliche Persönlichkeit erstmals außerhalb des Gemeinderats die Ehrenmedaille in der Stufe Gold.
 
Danach war mit Willy Hahner, in Personalunion Vorsitzender des ersten und einzigen Simon-Schempp-Fanclubs und der Ski-Zunft, der nächste „Pokal“ im Anmarsch. „Ich hätte jetzt fast gesagt, als Leistungssportler zieht man das in einem Zug durch“, scherzt Moderator und Sportredakteur Harald Betz über das „noch“ volle 3-Liter-Weizenbierglas, nachdem Simon in diesem Bereich „jetzt ja richtig zuschlagen könnte“. Hahner, „Reisebegleiter“ Schempps bei rund 50 Biathlon-Veranstaltungen, erinnerte an unvergessene Sport-Momente und versuchte zu skizzieren, welcher Mensch hinter dem 92-fachen Medaillengewinner steckt: „Simon, du hast nie die Augen vor der Realität verschlossen. Gleichzeitig warst du ausgesprochen beliebt. Ein netter Typ. Immer ein Lächeln im Gesicht und Zeit für deine Fans.“ Auch die Gründe für sein Karriereende ließ er nicht aus und zitierte aus Schempps Abschiedsrede: „Seit einiger Zeit spüre ich, dass mein Körper nicht mehr voll belastbar ist, und an diesem Zustand konnte leider auch mein unbändiger Wille nichts ändern.“
 
Auch Privates kitzelt Harald Betz aus Simon Schempp heraus. „Wir schwanken noch, Motorsäge oder Freischneider“, verrät der 32-Jährige, der das Geldgeschenk für ein verwildertes Grundstück verwenden möchte. Mit seiner Partnerin Franziska Preuß will er in seiner Wahlheimat Ruhpolding ein Haus bauen, und auf die Frage, ob eine baldige Hochzeit anstehen würde, antwortet er mit dem schlagfertigen Satz: „Ich warte noch auf den Antrag!“ Am Ende der interessanten Veranstaltung ohne Schnickschnack konnten sich die knapp hundert Besucher (mehr waren nicht zugelassen) für ein Autogramm ihres Idols in die Schlange einreihen – mit Abstand, selbstverständlich.   Von Sabine Ackermann
geschrieben: 12. Juli 2021 - 12:47 ; letzte Änderung: 12. Juli 2021 - 20:38